
Francavilla – Ripa Teatina – Bucchianico - Guardiagrele [44 km](1.249 Hm)
Die schlimmste Etappe der Tour wartet auf uns! Die Flucht zurück in die Kühle der Maiella-Berge wird zu einem langem, manchmal quälendem Auf und Ab bei über 35 Grad. Eigentlich sind wir den Strecken durch Hügelland ja nicht abgeneigt, aber nicht bei diesen äußeren Rahmenbedingungen. Hat man das kleine Sträßchen in Francavilla endlich gefunden (fragen, fragen, fragen), das nach Ripa Teatina führt, fährt man auf dem Grat einer Hügelkette abgeschieden bis nach Ripa. Von dort in stetigem Auf und Ab weiter durch verstreute Olivenhaine bis Bucchianicho, das auf einem Hügel liegt. Dort 2 Stunden Zwangspause im Klostergarten. Wir sind nicht ins Zentrum hoch gefahren, sondern gleich südlich davon weiter nach C. Spaccato. Man quert zwei anstrengende Hügelketten, wir sitzen nach jeder 30 min lang in einer kühlen Bar und trinken und schwitzen. Man gelangt ins Tal des Foro und ab dort ist es mit der Einsamkeit vorbei, der Autoverkehr lässt einem bis Guardiagrele nicht mehr los. Wir sind auf der N 263 bis Fara Filorum gefahren, dann auf die N 81 abgebogen, leider eine ausgebaute, stark befahrene Straße. Nach 4 km kann man rechts nach Comino abbiegen, wodurch wir wenigstens etwas im Halbschatten fahren konnten. Man gelangt an den Westrand von Guardiagrele, wo wir unsere Unterkunft telefonisch vorab geklärt hatten. Eine wirklich üble Etappe, auf für Fotos keine Zeit blieb. Die Stadt und vor allem die Unterkunft sind dagegen das Gegenteil.
Unterkunft: Villa Maiella***, 89 €, Via 7 Dolori 30, www.villamaiella.it, bestes Hotel der Tour, großes Zimmer, Balkon, Klimaanlage, toller Blick auf die Maiella, slowfood Ristorante mit unglaublicher Terrasse und Grand Sasso Blick, Räder in leerem Zimmer

Guardiagrele - N84 - Lama - Palena - Pescocostanzo [66 km](1.440 Hm)
Von dieser Strecken gibt es viele Bilder, denn sie ist ausnehmend schön. Zuerst
das östliche Vorhügelland der Maiella, das durch Erosion, gewaltige Schluchten
und Canyons geprägt ist, dann die aussichtsreiche Panoramastraße N 84, die
am südlichen Gebirgsrand hoch zur Forchetta führt und zum Schluss die
karge Hochebene vor Pescocostanzo.
Guradigrele verlassen wir auf der N 263. Es geht bis Pennapiedimonte stetig aber
mäßig aufwärts, um danach ärgerlicherweise fast die ganze Höhe durch schöne Olivengärten
wieder abzufahren. Einen Kamm weiter erreicht man Fara S. Martino, wo im Ort der
einzig wirklich heftige Anstieg auf einem wartet. Vorher wartet unser
Pastaproduzent De Cecco mit seiner beeindruckenden Produktionsanlage am
Wegesrand. Jetzt wieder kontinuierlich
ansteigend (4-6 %) erreicht man vor Lama die N 84, der bislang zu
vernachlässigende Verkehr wird etwas mehr, stört aber nicht wirklich. Lama
(669 Hm) bietet gute Rast und Einkaufsmöglichkeiten. Bis Palena (767 Hm)
erwartet einem eine traumhaft aussichtsreiche Strecke, bei uns noch eine
Baustelle eine autofreie Fahrt beschert. Ab Palena geht es dann nochmals 500 m
hoch zum Pass, ganz abgeschieden, überwiegend im Wald, schattig!!! Oben
erwartet einem die Einfahrt in eine pampaähnliche Hochebene, in der doch sogar
ein Wild-West-Bahnhof auf einem wartet - aber mit Bar. Über der Ebene
thront Pescocostanzo, das wir in einem harten Schlussanstieg erreichen. Tolle
Strecke, die man gefahren sein muss, sogar bei unseren widrigen
Rahmenbedingungen.
Unterkunft: Il Talamo, www.iltalamo.it ,60 €, Neubau, sehr nette Familie, 10 min zu Fuß zum Zentrum, Räder in Schuppen
Tip:
Ristorante Tre frati - exzellente Regionalküche
| Maiella Ostseite von Guardiagrele aus | und nochmals in unverstellter Schönheit | auf dem Weg nach Faro S. Martino |
| Faro S. Martino, Pasta Stadt | endlich wieder Schatten | herrliche Panoramastraße bei Lama |
| endlich auf 1.200 m | Hochebene vor Pescocostanzo | Pescocostanzo |

Pescocostanzo - Sulmona [30 km](100 Hm)
Den Tag wollten wir nutzen, um Sulmona ausgiebiger zu besichtigen. Deshalb eine
kurze Etappe zuerst durch die grüne Hochebene dann nur Abfahrt, generell mehr Radler als
Autos auf der Strecke. Eremo S. Antonio - Cansano.
Unterkunft:
Amandos, Via Monteno 15, 0864210783 schönes Haus mit Aussenanlage, großes Zimmer, Balkon, Klimaanlage, 80 €, Räder in Keller, 5 min
zu
Fuß zum Zentrum, www.hotelamandos.it
| Ebene hinter Pescocostanzo | Aquädukt in Sulmona | Ovid |
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Avezzano - Capistrello - Val Roveto - Tagliacozzo [45 km](670 Hm)
Da
wir die Strecke Sulmona westwärts schon gefahren waren (und der Hitze wegen)
sind wir frühmorgens mit dem Zug nach Avezzano gefahren, um
dort
mit der Runde
durch die Fuciner Ebene und durch das Val Roveto zu beginnen. Die Ebene zu
durchfahren erschien uns nicht sonderlich reizvoll und so sind wir auf den
Hausberg Avezzanos zum Kirchlein Madonna di Pietracquaria geradelt. Lohnenswerter
Trip, aussichtsreich, außer den "Pilgern" meist im Auto kein Verkehr.
Abfahrt in den weniger zersiedelten Westteil der Ebene, auf Nebenstraßen nach
Capistrello. Dort bietet sich die Fahrt ins malerische Val Roveto an. Auf 13 km
steigt die Straße ohne fieses Auf und Ab um 300 m an, man passiert die Orte
Castellafiume und Petrella Liri. Letzteres hat schmal am Hang gelegen einen
schönen Belvedere. Leider ist die Strecke unerklärlicherweise nicht ganz
autofrei. Nach Petrella hat man den Scheitelpunkt erreicht und fährt genüsslich nach Tagliacozzo ab. Eine landschaftlich abwechslungsreiche, schöne Tour.
Unterkunft: Gatto d'Oro, Via Aldo Moro 50 €, sehr zentral, schlicht, sauber, zur Straße hin, laut, Räder auf Balkon
| Fuciner Ebene Richtung Südosten (Nationalpark) | Madonna di Pietracquaria | Blick nach Norden (M. Velino) |
| Westteil der Fuciner Ebene Richtung Tagliacozzo | im Val Roveto | einfach malerisch |


Tagliacozzo –
Cese
–
Magliano de’ Marsi - Forme – Celano
[49 km] (523 Hm)
Zuerst fahren wir
frühmorgens eine kleine lohnenswerte Runde durch die Ebene vor
Tagliacozzo, fast autofrei, wunderbare Blicke auf den M. Velino und seinen
Zwilling M. Caforni. Dann autogestresst bis Magliano. Ab
Forme beginnt der eigentlich harmlose, aber schattenlose Anstieg in
karger, vegetationsarmer Landschaft zum Valico Fonte Capo La Maina 1.116 Hm.
Immer noch 34 Grad auf 1.000 Hm bewegen uns zur Abfahrt nach Celano. Nach kurzem Zwischenanstieg
retten wir uns in die klimatisierten Zimmer.
Unterkunft:
Lory**** 80 €, Via O. Rannelletti 279, modernes Hotel, großes Zimmer, Balkon, Klimaanlage, Internet, Räder in Garage
Tip: Trattoria Cittadella, Via M. Carusi, 400 m von zentralen Piazza nahezu autofrei in einer Sackgasse gelegen, unterhalb des Castellos mit unverstelltem Blick auf die Fuciner Ebene, Basics der
abruzzesischen Küche solide gekocht, angenehm preiswert.
| majestätischer Monte Velino | harmloser Pass bei unerträglicher Hitze |
Celano
– Ovindoli – Rocca di Mezzo – Rocca di Cambio– Terranera – L’Aquila
[58 km]
(824 Hm)
Endlich mal wieder etwas Anstrengenderes und das ist bei etwas Bewölkung sogar gut zu
fahren. Verfahren kann man sich nicht, es geht immer der N 5 folgend Richtung L'Aquila. Die Auffahrt nach Ovindoli ist enttäuschenderweise ohne nennenswerte
Ausblicke. Man schraubt sich in Serpentinen nach oben. Ab Ovindoli (lahmes
Skidorf) kommt man in die bunte Ebene des Parco regionale Velino Sirente, der
uns gut gefallen hat. Immer leicht abwärts passiert man mit etwas Verkehr die
Rovere und Rocca di Mezzo. Dort lohnt sich der Umweg nach Rocca di Cambio, das selbst
ermittelte höchstgelegene Dorf des ganzen Apennins. Va bene! Mehr gibt es dort
auch nicht zu sehen und man kann rasch die nördliche Begrenzung der Ebene
entlang nach Terranera fahren. Schöne Ausblicke über die Wiesenflächen auf
den M. Sirene. In Terranera geht es über eine kleine Klippe, nach der ein
Aussichtspunkt ausgeschildert ist, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
Man hat einen wunderbaren Blich über das Aternotal auf das Gran Sasso Massiv.
Wir hatten leider durch die wochenlange Hitze eine komplett verstaubte und mit
Aerosolen angereicherte trübe Luft. Dann geht es in vielen Kurven runter in besagtes
Tal. L'Aquila ist nicht zu verfehlen, es liegt ärgerlicherweise immer noch auf
einem Hügel und ist immer noch so lebendig, wie wir es vor 2 Jahren
kennengelernt haben. Schöne Tour zum Abschluß, aber jetzt reicht es auch!
| im Parco regionale Velino S | kleine italienische Übertreibung | vom Belvedere bei Terranera über das Aterntal |

Eine Nacht sind wir in L’Aquila geblieben, haben am nächsten Morgen die nette Familie der Herzt Autovermietung kennengelernt, haben mit ihrer Hilfe unsere Räder verfrachtet und sind die A 14 nach Mailand zurückgefahren. Wir hatten auf der Hin- und Rückfahrt einen Fiat Multipla, der trotz seines riesigen Volumens die Räder nicht in ihrer gesamten Länge fasste, so dass wir jeweils das Vorderrad demontiert haben. Im Nachtzug ist das alles ja kein Problem, morgens um 6 waren wir dann wieder zuhause.