Tourentipps  Piemont  

 

Diese Seite enthält für Tourenradler viele Infos, die wir für Gleichgesinnte aufgeschrieben haben, die Radfahren im Piemontkonkret ins Auge fassen. Wir wären froh gewesen, hätten wir einiges davon vor oder auf der Tour bereits gewusst. Man nutzt sie am besten mit einer Karte neben dran, so daß man nachvollziehen kann, wo wir uns gerade wieder verirrt haben. 

Zuerst einen Überblick über alle von uns gefahrenen Touren: 

Wir wollten eigentlich nach der San Bernardino Überquerung am Lago Maggiore vorbei durch die Poebene nach Vercelli fahren und von dort die Piemonttour beginnen. Aufgrund des katastrophalen Wetters auf und nach dem Pass sind wir von Bellinzona aus mit der Bahn aus dem Regengebiet herausgefahren, so dass wir etwas Zeit gewonnen hatten und die Tour im Piemont strecken konnten.

 

 

Anreise über Karlsruhe - Basel - Chur, Chur – Thusis 

Thusis – Nufenen 

Nufenen - San Bernardino 

San Bernardino - Bellinzona - Vercelli per Bus/Bahn

Vercelli – Asti 

Asti - Montechiaro d‘Asti – Asti

Asti - Acqui Terme

Acqui Terme – Alba 

Alba

Alba - Langhe – Barolo

Barolo – Saluzzo

Saluzzo – Torino

Torino - Heimfahrt über Mailand - München - Heidelberg

 

insgesamt an 9 Fahrtagen

38 km

35 km

21 km

nur Bahnkilometer

79 km

40 km

55 km

62 km

 alles zu Fuß

67 km

58 km

50 km

 

 

522 km

 

Welche der Touren sind empfehlenswert? Welche nicht?

Empfehlenswert (in der Reihenfolge die Schönste zuerst): 
- Alba -> Langhe -> Barolo 
- Casale Monferrato -> Asti  
- Asti -> Acqui Terme
- Acqui Terme -> Alba
-
Asti - Montechiaro d‘Asti – Asti
der Rest ist nicht so besonders.
Auf keinen Fall würden wir die Tour Saluzzo -> Turin nochmals fahren, nur mit großen Abstrichen die Fahrt nach Saluzzo, aber vielleicht haben wir hier uns auch ausnahmsweise mal doof angestellt.

Im Folgenden die einzelnen Streckenabschnitte chronologisch mit Anmerkungen:

Andiamo ! 

 

Auf der nachfolgenden Karte sind die Routen eingezeichnet, die im nachfolgenden beschrieben sind. Bei Interesse bitte Karten anklicken (Größe 155 KB)!

 karte_piemont.jpg (158494 Byte)

 

(Vercelli) -> Casale Monferrato -> Asti  79 km

Beschreibung ab Casale: An der Stadtmauer entlangfahrend die Ausfahrt nach San Giorgio Monf. wählen -> langezogener Anstieg auf verkehrsarmer ins Hügelland folgt -> fahren bis ein Abzweig rechts nach Ozzano angeboten wird -> rechts abbiegen und nach Ozzano Monf. abfahren -> Abzweig nach Sala Monf. nehmen und auf ruhiger Straße und mäßigem Auf-und-Ab durch die sanften Hügel -> von Sala weiter nach Ottiglio -> weiter mit etwas heftigerem Anstieg nach Grazzano -> ab da der Ausschilderung Moncalvo/N 457 folgen -> man kommt unweigerlich auf die vielbefahrene N 457 und muß einige Kilometer bis zum Ortsanfang von Calliano darauf weiterkommen -> im Ort sofort den Abzweig links Richtung Montemagno nehmen und bis zum südlichen Ortsausgang durchfahren -> oben sieht man eine kleine Kapelle, direkt davor geht rechts die Strada chiesetta ab, eine kleine, kaum befahrene Straße, die einem parallel zum Tal durch welliges Gelände bis nach Asti bringt; schöne, aussichtsreiche Strecke -> nach der langen Abfahrt nach Asti kommt man auf den Autobahnzubringer, man muß durch ein häßliches Industriegebiet und stößt unweigerlich auf die Piazza Alfieri.

Charakter: Schöne Einstiegstour durch das ruhige Monferrato, fast ohne Verkehr, die man von den Höhenmetern gerne unterschätzt.
Anmerkung zum Fahren in der Poebene: Leute, die in Deutschland mehr als den Donau-Radweg fahren, sollten sich die Etappen in der Poebene sparen - einfach langweilig. Casale dagegen ist eine schöne Stadt, die sich als Start und/oder Ziel gut eignen würde.


Asti -> Montechiaro d'Asti -> Asti  40 km

Östliche Stadtausfahrt den Schildern nach Casale folgen -> kurz auf der N 451 bis zur Unterquerung der Autobahn - > Abzweig li. Richtung Volgera -> über einen kleinen Hügel auf ruhiger Strecke nach Collianeto -> dort an der Gabelung der Hauptstraße Richtung Frinco -> flußaufwärts durchs Valmarchesetal -> li. Abzweig nach Corsoione -> Anstieg auf 280 Hm, dann schöner Höhenweg mit Blick über das breite Versatal auf Moncalvo -> Villa S. Secondo -> in Montechiaro durch das Stadtmauertor in die Oberstadt, am Ende der Straße bei der Kirche schöner freier Platz mit Bar -> zurück und über die südliche Stadtausfahrt Richtung Chivasso/Asti die steile Abfahrt hinunter zur N 458 -> li. Richtung Asti -> angenehm zu fahrende, Talstrecke zurück nach Asti überraschend erträglicher Verkehr, Alternative ab Serravalle durch die Valmairone... zurück nach Asti.

Charakter: schöner Halbtagesausflug ohne Gepäck mit nettem Ziel. Nicht zu anstrengend.
Anmerkung
zu Asti: Asti ist schön, aber nicht sooo schön, daß man wie wir zwei Tage bleiben muß. Dazu schlecht mit Hotels versorgt und extrem teuer. Uns war die Stadt mit 50.000 Einwohnern auch etwas zu groß. Egal wohin man fährt, muß man erstmal durch weniger schöne Vorstädte.

Asti -> Acqui Terme  55 km

monf_vaqt.jpg (59184 Byte)

Südliche Stadtausfahrt den Schildern nach Alba, dann Isola 'Asti folgen -> nach Überqueren der Rampe zur N 231 fährt man auf der kerzengeraden, flachen Parallelstraße zur N nach Süden, die leider noch mäßig Verkehr aufweist - > deshalb Abzweig li. Richtung Mongardino hinauf in die Weinberge, schöne aber anstrengende Strecke -> Richtung Vigliano, dann Abfahrt über Ramello nach Tiglione ins Tiglione-Tal -> ruhige, angenehm zu fahrende Talstrecke über Montegrosso -> Mombercelli -> Belveglio.

Rechts ab nach Cortiglione, mäßiger Anstieg, danach langgezogene Abfahrt nach Incisa -> ab da unerklärlich viel Verkehr bis Nizza Monferrato -> in Nizza über den T. Belbo auf die N 456 Richtung Acqui Therme ->  sanfter, sehenswerter Anstieg (Bild oben) durch große Weinberge oft mit Panoramablick, aber leider nicht ohne Verkehr -> deshalb in Gianola re. abbiegen nach Castel Boglione mit heftigem Schlußanstieg auf 340 Hm -> ab da folgt linkerhand eine 6 km lange Abfahrt bis Terzo -> dort die vielbefahrene N überqueren und im Ort parallel zur Bahnlinie Richtung Acqui Therme radeln -> nach Bahnübergang noch kurz auf die N, dann auf einer großen Stadteinfahrt ins Zentrum.

Charakter: ohne große Höhepunkte bis Nizza, dann eine mit Fernblicken gesegnete Strecke, ein heftiger Anstieg zum Schluß.
Anmerkung zu Acqui Terme: Eine kleine, unverfälschte Stadt, die uns sehr gut gefallen hat. Im Nachhinein würden wir eher hier 2 Tage bleiben als in Asti. Guter Standort, um den östlichen, noch unbekannteren Teil der Langhe zu erkunden. Außerdem Bahnanbindung an die Küste (nur 80 km nach Savona). Wir hatten uns überlegt mit Rad an die Küste und mit dem Zug zurück zu fahren.

 

 Acqui Terme  -> Alba  62 km    langhe_barbaresco.jpg (31045 Byte) 

Das war keine leichte Streckenplanung! Zuerst ist die grundsätzliche Entscheidung zu treffen, wo man die beiden Höhenzüge queren will und ob man zur Verkehrsvermeidung einige Km mehr fahren will. In diesem Fall ist unsere Tour ganz gut sonst kann man auf der N 30 nach Bubbio brettern. Auf jeden Fall würden wir die Querung des 450 Hm hohen Bergrücken nach Canelli empfehlen.

Ecco! Den Weg nach Terzo wie oben beschrieben zurück -> am Ortsende muß man auf die N30, nach 1 km links auf das Sträßchen nach Melazzo abbiegen, dann jedoch geradeaus weiter nach S. Donato, schöne, verkehrsfreie 7 km etwas oberhalb des Flusses folgen -> kleiner Anstieg nach La Badola -> Achtung danach nicht auf die große Schnellstraße wechseln, sondern zunächst rechts Richtung Ponti -> kurz danach gleich wieder rechts in das kleine Sträßchen nach Monastero Bormida -> dort auf die gering befahrene SS 339 bis zum Ortseingang Bubbio -> rechts ins Hügelland nach Canelli -> ein 4,5 km langer, überwiegend durch Wald führender Anstieg nach Cassinasco folgt, der anstrengend, aber von gleichmäßiger Steigung ist -> ab Cassinasco folgt eine der schönsten Abfahrten durch die jier schon steiler aufschiessenden Weinberge hinunter ins Belbotal.

Hier steht die nächste Entscheidung an, wo man den Höhenzug ins Tanarotal quert. Wir haben uns aus Witterungsgründen für eine recht flache Strecke entschieden, die lange langsam ansteigt und einem erst vor Alba noch einiges abverlangt.

Achtung! In Canelli nach Querung der Eisenbahngleise in die 2. Straße links einbiegen (nicht über die Belbo-Brücke) -> diese Wohnstraße führt geradeaus in sanftem Auf-und-Ab ohne Verkehr nach S. Stefano -> dort gleich rechts über die Brücke und links auf die an der Bahnstrecke entlangführende Straße -> leider mit etwas Verkehr geradewegs über Boglieto, Castagnole Scalo nach Borgonuovo -> ab da Richtung Alba über 2 schöne Anstiege mit tollen Abfahrten vorbei an Barbaresco (Bild oben) bis zur sehenswerten Stadteinfahrt nach Alba.

Charakter: anstrengend, mit fahrenswerter Querung ins Belbotal, danach bis Alba hätte es bestimmt schönere, aber auch erheblich anstrengendere Strecken gegeben, die wir wegen des neblig-kalten Wetters verworfen haben. 
Anmerkung zu anderen möglichen Querungen: Die N 29 Cortemilla - Castino - Alba ist extrem stark befahren. Schön und dennoch ruhig ist wohl die Mango - Neive (bei schönem Wetter!)

Alba -> Langhe -> Barolo  67 km langhe_hw2.jpg (65621 Byte) monviso.jpg (22536 Byte) langhe_beldbo.jpg (41474 Byte)

 In Alba von der Piazza Savonna über den Corso Piave flach nach Gallo -> links immer Richtung Serralunga, das man nach 7 km schöner kurvenreicher Fahrt durch die Weinberge in 414 Hm erreicht, bis dahin relativ locker -> Serralunga ist ein schönes Städtchen = Rast machen -> weiter bergauf, zeitweise mit stärkerer Steigung nach Roddino (610 Hm), der Weinbau nimmt ab, Mischwald und Haselnüsse werden mehr, aber vor allem viel Freifläche mit herrlichen Fernblicken -> vor Roddino links, eine kurze Abfahrt folgt, die man gleich wieder büßt -> immer der Ausschilderung Serravalle delle Langhe folgend, nicht nach Cissone abbiegen -> es wird mühsamer, das Ziel die Höhestraße zwischen Benevello und Bossolasco zu erreichen, auf die man in Cerretta in 732 Hm stößt. Auf dieser Straße kann man nach Lust und Laune fast 20 km in etwa gleichbleibender Höhe nach Norden oder Süden fahren und genießt Ausblicke über das gesamte Piemont bis zu den Alpen -> wir fahren über Serravalle nach Bossolasco (Trattoria Belvedere mit aussichtsreicher Freiterrasse in Serravalle!), von dort wieder zurück nach Serravalle und über Cissone ab ins Riavolo-Tal - eine herrliche 10 km lange Abfahrt nach Dogliani -> da wir unbedingt nach Monforte d'Alba wollen, nochmaliger Anstieg auf 528 Hm, unverfehlbar ausgeschildert -> dort keine Unterkunft zu bekommen -> weiter nach Barolo. Schluß für heute!

Charakter: anspruchsvollste und gleichzeitig schönste Tour des gesamten Urlaubes, ca. 1.000 Hm, die man unterwegs kaum spürt, aber nie vergißt.
Anmerkung zu den Orten: Überall werden Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Daß wir in Monforte nichts bekamen, war selbstverschuldet. Wir hatten nicht bedacht, daß dort ein Gourmetkoch wohl immer ÜN-Gäste anzieht. Barolo dagegen war eine Notlösung, die nicht weiterzuempfehlen ist. Alternative: La Morra oder aber auch eines der kleinen Dörfer, die wir unterwegs gesehen haben. Auf jeden Fall lohnt es sich, in diesem Gebiet  zwei oder gar drei Tage zu bleiben.

Barolo -> Saluzzo  58 km

frühmorgendliche Auffahrt von Barolo (300 Hm) nach La Morra (573 Hm), vom Domplatz tolle Aussicht nach allen Seiten, schönes Städtchen -> dann 6 km lange, prächtige Abfahrt über Castagni und Rivolta bis hinunter zur Straße nach Pollenzo; und hier beginnt das Drama: sehr starker Autoverkehr! Wir haben deshalb nach einer anderen Möglichkeit gesucht als über Bra weiterzukommen und uns total verfahren. Die Streckenbeschreibung geht deshalb erst in dem Örtchen Veglia weiter, wo wir völlig entnervt dem massiven Schwerlastverkehr entkommen sind.
Veglia -> Bonini -> Mad. del Pilone -> Cavallermaggiore -> Monasterolo -> Scarnatigi -> Saluzzo

Charakter: ab Pollenzo kann man diese Etappe schlichtweg vergessen. Durch die Ebene sollte man nicht nach Saluzzo fahren, so schön Saluzzo auch ist. Vielleicht gäbe es einen bessere Route (2 Tage?) über Mondovi und Cuneo.

Saluzzo -> Torino  50 km

Unschöne, langweilige Strecke durch die Ebene mit Ziel None, von wo aus wir den Zug nach Torino P.N. genommen haben, um die Stadteinfahrt zu umgehen. Die Straßen sind ausnahmslos verkehrsmäßig stark belastet, so daß es mehr oder weniger egal ist, wo man fährt. Wir würden diese Etappe nicht wieder fahren, sondern gleich von Saluzzo aus mit dem Zug nach Turin fahren.

 

Stand 24. September 2002

 

Tourenempfehlungen des örtlichen Tourismusverbandes (kürzere Rundtouren von verschiedenen Standorten aus) finden sich hier.

 

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