Sprachschulen in Italien


Nachdem diese Seite überraschend viel Zuspruch erfährt und ich immer wieder Nachfragen erhalte, habe ich sie aktualisiert und neu gefasst.  Ich hoffe, dass sie denjenigen, die sich wie ich für die italienische Sprache interessieren, nützliche Infos gibt, die eine richtige Auswahl einer geeigneten Sprachschule in Italien erleichtern. 
Ich habe bislang an 5 verschiedenen Sprachschulen in Italien je 2 Wochen Sprachkurs gemacht. So finden sich hier meine persönlichen Erfahrungsberichte und Bewertungen, also neben den objektiven Daten vor allem meine subjektiven Einschätzungen und Eindrücke zu:

- Porta d'Oriente, Otranto, Apulien, 2007- geht so

- Omnilingua, San Remo, Ligurien, 2006  - bloß nicht

- Centro Mediterraneo Pintadera, Alghero, Sardinien, 2005 - empfehlenswert mit einer wichtigen Einschränkung

- Piccola Università Italiana, Tropea, Kalabrien, 2004 -
auf gar keinen Fall 

- Culturforum, Cefalù, Sizilien, 2003 - empfehlenswert

 

Vorweg: Die italienische Sprache lerne ich nicht nur, damit wir uns auch die entlegensten Regionen Italiens, in denen niemand eine andere Sprache spricht, mit dem Rad erschließen können, sondern weil mir die Sprache gefällt und mir das Lernen von Sprachen schon immer Spaß gemacht hat. Ich bin bloß lange nicht mehr dazu gekommen. Dementsprechend motiviert bin ich immer für die 2 Wochen im Oktober.

Dazu gefällt es mir, einmal für kurze Zeit einen Lebensstil führen zu können, der unterm Jahr zuhause unmöglich ist: Alleine in neuer, unbekannter Umgebung. Alles muss irgendwie organisiert und improvisiert werden. Niemand kennt einem, niemand nervt einem, wenn man es nicht will. Vielleicht lerne ich nette, neue Leute kennen, vielleicht reicht es mir auch, den Tag nach dem Unterricht an der Bar, am Strand, hinter Büchern oder doch wieder im Sattel zu verbringen. Oder ich schwatze ein Bisschen mit dem Barieristà in meiner Bar preferito oder mit der Casserierà al supermercato. Gerade wie es mir gefällt.

Süditalien ist zudem im Oktober herrlich. Nach den ersten Regenschauern schon wieder etwas grün, aber noch mit viel, viel Sonnenschein. Angenehm warme 20 - 25 Grad und da das Meer nachts wie eine Wärmflasche wirkt, kann man abends gut noch draußen sitzen. Strand ist (fast) immer möglich, das Meer noch über 20 Grad warm, also ganz nach meinem Geschmack zum Baden. Dazu ist der Tourismus auch in den Zentren abgeklungen, aber noch nicht ganz vorbei. Die Strandschirme sind abgebaut, niemand erhebt mehr "Eintrittspreise", es kehrt wieder Gelassenheit, Normalität ein. So liebe ich dieses Land seit vielen Jahren .

Und so suche ich also mehr als nur die Verlängerung des Sommers: Vorrei abbinare l'utile col dillettevole.

 

Porta d'Oriente, Otranto 

Aufenthalt: 29.9.-12.10.2007
Livello: Avanzato
Kosten:    
Kurs:         385,00 € "INTENSIVKURS (italienische Sprache und Kultur)"
                  75,00 € zusätzliche Einschreibgebühr
Appartment     425,00 € 3-Zimmer-Appartement ganz für mich alleine, eine Nacht zusätzlich berechnet
                        45,00 € Endreinigung, Bettzeug
                        15,00 € nochmals extra für 2 Handtücher

Link zur Homepage der Schule

Guten Gewissens kann ich diese Schule nicht weiterempfehlen. Und unbedingt abraten, wäre auch nicht fair. Sie war kein kompletter Reinfall, aber dafür, dass sie mit Abstand die teuerste ist, die ich bislang besucht habe, war vor allem der Unterricht einfach zu schwach. 

Die Schule charakterisiert sich auf ihrer Homepage grundsätzlich richtig. Klein, überschaubar mit max. 4 Klassen gleichzeitig, keine zu großen Klassen, durchaus persönliche Atmosphäre. In einer Kleinstadt am Meer gelegen, in der ab Mitte September nicht mehr viel, für viele wohl zu wenig los ist. Die Angabe "50 m Entfernung Schule - Strand" ist dagegen eine typische (sympathische) süditalienische Über- oder Untertreibung, man muss es ja nicht glauben. Zum sehr schönen Stadtstrand von Otranto sind es knapp 1 km. Die Schule liegt mit ihren schönen Räumlichkeiten an einer der Hauptverkehrsstrassen, was nur mäßig stört. Im Oktober gab es je eine Klasse mit 5 dann 3 Schülern auf dem Level Avanzati und eine Medio Klasse ebenfalls mit 3 bzw. 4 Leuten.

Der größte Pluspunkt der Schule ist ihre Leiterin. Barbara ist eine engagierte, sympathische, junge Frau, die sich wirklich um alles kümmert, Probleme Ernst nimmt und rund um die Uhr erreichbar ist. Sie weiß dazu sehr viel über ihre Heimat und hat offenkundig Spaß daran hat, ihr Wissen zu vermitteln. Sie leitet auch die meisten der nachmittäglichen Ausflüge, die generell ihr Geld (35 € für 4 Stunden) Wert sind. 
Aber eine Schule besteht nicht nur aus ihrer Leitung. 

Der erste Schultag wurde ärgerlicherweise verbummelt. Wir trafen uns erst um 10, machten eine Stunde lang den obligatorischen Grammatiktest, keine mündliche Einstufung, dann ging's schon al bar. Danach wurde man in seine Klasse eingestuft. Bei mir war das nicht schwer, ich hatte das auch schon im voraus geklärt. Eine Schweizer Bekannte dagegen wurde viel zu hoch eingestuft und hat nach 1 Woche etwas frustriert den Kurs gewechselt. Dann gab Angelo, Barbaras Ehemann, noch schnell ein paar Infos zur Stadt, den angebotenen Ausflügen etc.  und um 12 Uhr war alles schon vorbei. Da hätte man wirklich mehr machen können. Ein Eindruck, der mich öfter beschlich.

Unterricht hatte ich leider bei einer Lehrerin, die für diesen Job absolut nicht geeignet war. Sie hört sich selbst gerne reden, unterbricht, kommentiert und ist völlig unstrukturiert. Resultat der ersten Woche: Obwohl da 5 Leute zusammensitzen, die allesamt gut Italienisch sprechen können und einige sicherlich keine uninteressanten Persönlichkeiten sind,  plappert 90 % der Zeit die Lehrerin. Die anderen werden still und stiller, keiner sagt was, keiner lernt was... und am Ende der Woche mache nur noch ich aus dieser Gruppe weiter. Verschlimmernd kam hinzu, dass alle 4 Stunden von ein und derselben Person gegeben werden, die 2er-Teilung, Grammatik und Konversation werden von 2 verschiedenen Lehrkräften gegeben, wie ich sie an anderen Schulen positiv erlebt habe, gibt es hier leider nicht. Das ist ein echtes strukturelles Defizit dieser Schule.

Schon nach 2 Tagen haben sich 2 aus der Klasse darüber beschwert, dass man kaum zu Wort kommt. Ich selbst habe mehrfach mit Sarah persönlich gesprochen - alles ohne nennenswerten Erfolg. Am Freitag habe ich zunächst vergeblich versucht, Barbara dazu zu bewegen, uns in der kommenden Woche eine andere Kraft zuzuteilen, die erhielt dann die Mittelstufe und bei uns ging es am Montag in alter Manier weiter. Bloß waren wir nur noch zu dritt (Unterricht wurde um 30 min reduziert) und dann nur noch zu zweit. Eine nochmalige Intervention bei Barbara, die wirklich offen für meine Belange war, sich auch in den Unterricht mit hineingesetzt hat, führte dann dazu, dass sie selbst für 2 Tage die Klasse übernahm. Unnötig zu sagen, dass das um Längen besser war, und noch unnötiger zu sagen, dass diese Intervention viel zu spät kam. So demotiviert war ich selten in einem Kurs. Als ich hörte, dass am letzten Tag die alten Zustände wieder eintreten sollten, habe ich mir den letzten Unterrichtstag geschenkt und bin früher abgereist. Alles in allem war das ein teuerer Spaß!

Der Mittelkurs hat es wohl besser getroffen. Was ich so gehört habe, hatten sie 2 verschiedene Lehrerinnen mit Stärken und Schwächen, aber auch nichts wirklich didaktisch Herausragendes. Wie dem auch sei, eine so unterschiedliche Truppe kann sich eine wirklich gute Schule nicht leisten! 

Rahmenprogramm: Genau das Gegenteil des Unterrichtes! Inhaltlich interessant, engagiert gemacht, echt lohnenswert. Stadtführung von Otranto (kostenlos), griechische Dörfer im Salento (4 h, 35 €) Ich hätte gerne an weiteren Ausflügen teilgenommen, die aber wegen des schlechten Wetters in der zweiten Woche immer wieder abgesagt wurden. Großes Kompliment an Barbara und Angelo!

Unterkunft: Etwas Abzocke war das schon. Alle Studenti waren einzeln auf Apartments verteilt, die dann natürlich etwas mehr kosteten, obwohl zumindest ich explizit nach einer Gemeinschaftswohnung gefragt hatte. Also hatte ich eine saubere, gut ausgestattete 3-Zimmer-Wohnung mit großem Balkon und funktionierender Waschmaschine in einem Wohnhaus ganz für mich alleine.

Altro? Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist die geographische Lage von Otranto. Fast an der Sohle des Stiefelabsatzes gelegen, ist es vor allem dann, wenn Brindisi nicht mehr angeflogen wird, schwer erreichbar. Ich habe von Bari aus fast 3 Stunden mit dem Auto gebraucht. Mit dem Zug kommt man nur bis Lecce, von dort gibt es eine selten verkehrende Busverbindung. Der angebotene Transfer der Schule ist sündhaft teuer.
Die Gegend ist für die sonst ja recht eintönige Adriaküste relativ abwechslungsreich. Das Meer, die Buchten, die Sandstrände sind ausnehmend schön, dahinter nichts als Olivenhaine in karstiger Murgia. Im Oktober wunderbares Obst (Trauben, Kaki...) und ein nächtlicher Gestank, wie ich ihn selten erlebt habe. Die Bauern verbrennen unerlaubterweise überall die Olivenblätter, bevor die Ernte beginnt. 
Otranto selbst geht so. Bei entsprechenden äußeren Rahmenbedingungen kann man es 14 Tage aushalten, dagegen findet man in der Stadt ein sehr schwaches kulinarisches Angebot. Dazu muss man ins Hinterland, was wir regelmäßig gemacht haben. Dort findet man dann die eine oder andere Kostbarkeit. Die pugliesische Küche ist generell sehr gemüsereich und geschmackvoll.

Wetter: 7 Tage lang das erhoffte sonnige Spätsommerwetter, jeden Mittag bin ich mit dem bici die Küste runter und durch die Olivenhaine zurück, danach noch bis zum Sonnenuntergang ans/ins herrliche Meer.  Danach war's leider zum Abgewöhnen: 4 Tage Sturm, Regen, Gewitter, nasse Klamotten, trotz Auto war fast nichts möglich. Als es dann wieder besser wurde, war ich aus den o.g. Gründen schon wieder auf dem Heimweg. 

Fazit:  Trotz guter Leitung keine wirklich gute Schule, viel zu teuer, mich zieht dort nichts mehr hin.

 

Omnilingua Sanremo

Aufenthalt: 18.9.-29.9.2006
Livello: Avanzato 2
Kosten    
Kurs:         315,00 € ("Standard")
Appartment     377,00 € Zimmer in einem sehr kleinen Appartement mit anderen Studenten

Link zur Homepage der Schule

Sagen wir es einmal so: Dass ich zwei Jahre nach dem Flop in Tropea gleich nochmals einen solchen Volltreffer landen würde, hätte ich mir nicht träumen lassen. Hoffentlich ist das nicht das statistische Mittel der italienischen Schulen!

Nach Sanremo und an diese Schule bin nur gekommen, weil eine Freundin, die mit mir den Kurs zusammen belegen wollte, dort in der Nähe ein Appartamento besitzt. Aus freien Stücken hätte ich einen Kurs an der Schule Omnilingua wohl nicht belegt, obwohl die Homepage nicht schlecht aussieht und viele schöne Dinge verspricht. Die Schule wirbt u.a. mit folgenden Attributen: “relativ kleine, sehr persönliche Schule mit stark familiärem Charakter zwischen Organisation und Schülern”, “kleingehaltenen Gruppen mit maximal 9 Teilnehmern. Die durchschnittliche Gruppengrösse beträgt übrigens nur 4-5 Teilnehmer”, "gelebte Sprache" wird versprochen.

Das sah in der Realität leider ganz anders aus:

- Relativ großer, eher anonymer Laden, der wohl recht autoritär geführt wird.

- Grosse, m.E. zu große Gruppen, zu meiner Zeit vier Gruppen mit 4 bis 9 Schülern. Dazu in der ersten Woche eine lärmende Schulkasse aus Österreich.

- Keine Einführung zu Beginn, die umfangreiche Infobroschüre über Schule und Stadt erhält man sinnigerweise am 1. Unterrichtstag montags, da war ich schon 2 Tage im Land.

- Keine gemeinsamen Veranstaltungen oder auch nur ein gemeinsames Cafetrinken zwischen Lehrern und Schülern, nur das sog. Soziokulturelle Programm am Nachmittag.

Übel war der erste Schultag: Da wurden nach dem obligatorischen Test (15 min schriftlich, überwiegend Grammatikfragen, 5 min mündlich) sämtliche Schüler der Stufen Avanzati in einen einzigen Kurs zusammengepfercht. Resultat: 10 Schüler in einer einzigen Gruppe, ein völlig überforderter junger Lehrer, alle Niveaustufen vertreten, alle massiv unzufrieden. Diese wahnwitzige Einteilung erfolgte wohl aus organisatorischen Gründen und machte das ganze Test-Theater zur Farce. Entlarvend war vor allem die Tatsache, dass sich darin Leute gegenübersaßen, die schon wochenlang an der Schule waren und bisher im Avanzato 2 unterrichtet wurden und solche, die in der vergangenen Woche 2 Stufen tiefer noch mit dem Imperfekt zu kämpfen hatten. Nach 10 min war mir als neu Hinzugekommener klar, dass Größe und Zusammensetzung der Gruppe keinerlei Lernfortschritt zulassen würde. 

Und richtig übel wäre es weitergegangen, wenn nicht einige Studenti mit Sprachschulenerfahrungen sofort massiv interveniert hatten. Beim deutschen Direttore, zumindest sprachlich also keine schlechten Voraussetzung für eine rasche Klärung eines einfachen Sachverhaltes. Denkste! Kurz zusammengefasst: Ein solch dilettantisch geführtes und ignorantes Gespräch habe ich selten erlebt. Für Argumente kaum zugänglich, halfen dem guten Mann letztendlich nur handfeste Drohungen auf die Sprünge: Beschwerden beim Vermittler der Schule, Publikation im Internet (diese Seite z.B.), Annulierung des Kurses und Abreise... Folge: der Avanzato Kurs wurde am folgenden Tag in 2 Kurse dem wahren Kenntnisstand der Schüler entsprechend geteilt. Die einen vormittags, die anderen nachmittags. 

Soweit so ungut: Denn damit war zwar denen geholfen, die protestiert hatten. Allen anderen aber nicht. Nach meiner Beobachtung/Einschätzung und den Erzählungen von Mitschülern war eine ähnliche Situation im Livello intermedio gegeben, zwar mit etwas weniger Schülern (7-9), aber auch mit riesigen Unterschieden in der Gruppe. Bei denen blieb 2 Wochen lang alles beim Alten.

Unterricht: Ich hatte 2 verschiedene Lehrer/in, nette Menschen, die ganzen 4 Stunden lang denselben Lehrer. Keinen Wechsel, wie in anderen Schulen, zwischen Grammatik und Konversation. Mein Haupteindruck war, dass dort jeglicher pädagogischer Überbau fehlt, den vor allem die jungen Lehrer brauchen. Die erste Woche hatten wir überhaupt keine Grammatik, in der 2. Woche auf meine Nachfrage/Anregung hin wurden Teile bruchstückhaft wiederholt.  In der Regel langatmige Texte, wenig Bezug zu aktuellen Geschehnissen in Italien selbst, im Gegensatz zur Ankündigung auf der website nie Unterricht außerhalb der Klasse. Hausaufgaben waren eine Rarität und wenn dann in 10 min erledigt. Ich habe wenig gelernt, trotz einer dann eigentlich homogen zusammengesetzten und sprachlich recht fitten Gruppe.

Rahmenprogramm: Ich habe nur an einer Veranstaltung teilgenommen (Weinprobe, 3 mal ein Viertel, 12 €, war das Geld nicht wert), Filme und nochmals Filme, kostenpflichtiges Whale watching, Kochkurs – alles wie man es halt so kennt.

Unterkunft: Auch so eine Geschichte mit Beigeschmack. Die Wohnung war im Gesamten gesehen absolut o.k., hatte aber zwei völlig ungleiche Zimmer. Ich hatte das deutlich kleinere (3 m x 2,50, kein Stuhl, kein Tisch), die mir vorab zugesandten Fotos zeigten natürlich nur das größere. War für mich nicht so wichtig. Die 15 – 20 min Schulweg überwiegend durch die hässliche Vorstadt waren dagegen schon grenzwertig nervig.
Echter organisatorischer Lapsus: Beim Abholen von Schlüssel und Stadtplan am Ankunftsabend war die Lage der Wohnung auf dem Stadtplan nicht richtig eingezeichnet und der entscheidende Hinweis (kleines Gässchen nach einer Tankstelle) nicht angegeben. Die Folge 1 h Herumirren im nächtlichen Sanremo, was ich mir gerne erspart hätte . Davon abgesehen waren die jungen Frauen der Anmeldung/Organisation jedoch sehr hilfsbereit und freundlich.

Altro? Ach ja, Sanremo lohnt keines Besuches, hat weder eine schöne Innenstadt noch schöne Strände, dafür sind sie fast alle kostenpflichtig! Ich bin immer mit dem Bus nach Bussana gefahren, dort schöner Sandstrand mit Bar, kein Eintritt. Die Infrastruktur ist dagegen ganz o.k., es gibt einen täglichen mercato coperto, der wirklich viel bietet, und jede Menge Supermärkte und auch schöne Geschäfte. Zudem gute Bus- und Zugverbindung entlang der Küste. Leider kann die Riviera di Ponente vom Landschaftsbild nicht mit ihrem Gegenstück auf der Levanteseite mithalten. Von der Blumen-Riviera sieht man überwiegend hässliche Gewächshäuser in der völlig zersiedelten Landschaft. Die Dörfer im Hinterland sind zwar aus der Ferne schön anzuschauen, verfügen aber im Inneren leider über wenig Charme. Einzig und allein das wunderbare Olivenöl aus den nur hier wachsenden Taggiasca-Oliven (unser Favorit seit Jahren: Olio Calvi, Imperia) wird mich ab und zu mal wieder in diese Gegend bringen.

Wetter: 2x2 Tage Wolken und etwas Regen, 10 Tage sonniges, herrliches Spätsommerwetter.

Fazit: Nicht weiter zu empfehlende Schule, indiskutable Schulleitung, strukturelle Defizite, pädagogische Schwächen, in einer der wenigen Ecken Italiens, die ich nicht nochmals sehen muss.

 

 

Italienische Sprachschule, Centro Mediterraneo Pintadera

Pintadera, Alghero

Aufenthalt: 1.10.-14.10.2005
Livello: Avanzato 1
Kosten:    
Kurs:         320,00 €
Appartment     550,00 €
zzgl. Flug 100,00 € (direkt mit Ryanair Hahn - Alghero)

Link zur Homepage von Centro Mediterraneo Pintadera

Die Homepage ist inzwischen sehr umfangreich, enthält alle wesentlichen Informationen. Nennenswerte Abweichungen zur Realität habe ich nicht gefunden. Die Schule ist wie dort beschrieben relativ klein, jung, die Leute sind hilfsbereit, unkompliziert, nett und noch etwas neu und unerfahren im Geschäft, ein Bißchen alternativ-chaotisch angehaucht. Um der Schule gerecht zu werden, muss man zwei Dinge voneinander trennen, die in der Realität vor Ort und im eigenen Erleben eigentlich nicht zu trennen sind: Den Sprachunterricht am Vormittag und das Angebot, das Freizeitprogramm danach.

Der Unterricht, die Vermittlung der Sprache und die individuelle Förderung waren sehr gut. Ich habe selten einen so interessanten und effektiven Sprachunterricht erlebt. Die Schule hatte mich durch meine Angaben und den eMail-Kontakt vorab korrekt eingestuft und der schriftliche Einstufungstest diente nur noch zur Überprüfung der vorgefertigten zutreffenden Meinung. Ich hatte in der ersten Woche mangels Mitschüler/in auf dieser Stufe Einzelunterricht, was ich anfangs gar nicht wollte. Das hat sich aber schnell geändert. Denn beide Lehrerinnen (je 1 Stunde Grammatik und 1 Stunde Konversation) waren sehr engagiert und auf mein Level eingestellt. Der Unterricht war immer gut vorbereitet und strukturiert, die Hausaufgaben angemessen... alles sehr, sehr effektiv. 
In der 2. Woche  waren wir dann zu zweit, was eine Stunde mehr Konversation bedeutete. Dass der Mitschüler alles andere als gut zu mir passte, kann der Schule nicht unbedingt zum Vorwurf gemacht werden. Aber nur eine Lehrerin hat die nicht leichte Situation gemeistert und wurde beiden Charakteren gerecht, die andere zeigte deutliche Präferenzen und der Unterricht litt darunter. Dennoch kann ich Pintadera als Ort des Lernens empfehlen.

Allerdings ist das Lernen für viele, die einen Sprachurlaub machen, nicht das einzige Entscheidungskriterium. Auch für mich künftig nicht mehr. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten, mich selbst zu beschäftigen. Aber dass es keinerlei Rahmenprogramm an einer Sprachschule gibt, das hätte ich schlichtweg nicht für möglich gehalten. Dementsprechend hatte ich mich bei meinen vorab eingeholten Erkundigungen nur für schulische Aspekte interessiert. Das war ein Fehler. Habe ich doch (fast etwas gelangweilt) erfahren müssen, dass gerade an einer so kleinen Schule (in meinem Fall 4 bis 5 Schüler verteilt auf 3 "Klassen"), bei der auf nur 2 Stunden reduzierten Unterrichtszeit, dazu noch außerhalb der Hochsaison ein Minimum an Rahmenprogramm unverzichtbar ist - und das fehlt in Pintadera leider völlig. Kein einziges gemeinsames Essen von Schülern und Lehrerinnen, keine Einführung zu Beginn, keine von der Schule organisierte Führung durch die Stadt, keine gemeinsamen Ausflüge, keine Tipps für einheimische Läden/Ristoranti o.ä., schon gar gemeinsames Bummeln durch die Stadt...  ab 13 Uhr ist die Schule geschlossen - und jeder geht seiner Wege! Wenn etwas zustande kommt, dann sind es zufällige Einzelaktionen oder Du musst einen separat zu bezahlenden Nachmittagskurs belegen, was ich nicht gemacht habe. Viele Dinge, die ich an anderen Schule nachmittags so nebenbei erledigt habe (eMails abholen, kurz im Internet surfen), gingen natürlich auch nicht.

Dabei könnte man in Alghero viel zeigen und noch mehr machen. Die Stadt ist mit 30.000 Einwohnern zumindest im Oktober authentisch, hat einen großen, schönen Fußgänger/Innenstadtbereich, viele Plätzchen, eine tolle breite Stadtmauer über dem Meer und ein reges Geschäftsleben. Strand gibt es in Hülle und Fülle, die Umgebung dagegen ist etwas monoton. Ausflugsziele für ein Wochenende sind nur mit eigenem Fahrzeug realisierbar, für Radfahrer ist es eine recht lasche Gegend.

Die Unterkunft war mir von der Schule vermittelt und zuverlässig organisiert worden, ein großes 2 ZKB Appartement, gut ausgestattet und im Preis angemessen.

Das Klima im Nordwesten Sardiniens ist im Oktober leider nicht mehr so stabil wie in Süditalien. Etwas kühler, mehr Wind und unbeständiger. In meinem Fall 1/3 der Zeit Schauer- und Regenwetter, 2/3 schönes, gerade noch geeignetes Badewetter.

Fazit: 
Selten habe ich in 2 Wochen so viel gelernt und derart ausgiebig die Zeit totgeschlagen. Wer dorthin geht, der darf dort guten, vielleicht auch sehr guten Unterricht erwarten, aber mehr eben nicht.

 

 

Piccola Università Italiana, Tropea

Aufenthalt: 4.10.-15.10.2004
Livello: Medio 2, zweite Woche Elementare 2
Kosten:    720,00 €
Hauptkurs a 4 Std 275,00 €
Zimmer               345,00 €
Einschreibgebühr    100,00 €
zzgl. Charterflug Frankfurt/Main - Lamezia Terme 263,00 €

Link zur Homepage der Schule

Gerade die negativen Erfahrungen mit dieser Schule haben mich einstmals veranlasst, meine persönlichen Erfahrungen hier zu publizieren. Nicht um etwas schlecht zu reden, sondern um wichtige Hinweise weiterzugeben, die mir vor Buchung leider nicht zugänglich waren. Denn das was ich vor Ort vorfand, entsprach nicht den Ankündigung der Schule im web und schon gar nicht den überschwänglichen Kommentaren einiger ehemaliger, wohl handverlesener Schülerinnen. Also Achtung für alle Internetbucher: Die Homepage der Schule enthält wichtige Informationen nicht!

  1. Nach dem Einstufungstest wird man alleine nach den grammatikalischen Vorkenntnissen in eine Klassenstufe eingeteilt. Ist man dort zufällig alleine, reduziert die Schule die gebuchten 4 auf 2 Unterrichtsstunden/Tag. 

  2. Der Unterricht ist grundsätzlich auf Vormittag und Nachmittag aufgeteilt. Man hat in einer Woche von 9 bis 13 und der anderen von 16 bis 20 Uhr Unterricht. Die Teilnahme an allen Ausflügen oder auch nur das Strandleben wird für die Nachmittagsgruppe sehr erschwert bis verunmöglicht.
    Will man das nicht, sondern beide Wochen z.B. vormittags Unterricht haben, so ist man gezwungen, in der 2. Woche die Klasse und damit oft auch das Niveau zu wechseln.

  3. Für den Aufenthalt von Samstag bis Samstag (z.B. 14 Tage) wollte mir die Schule eine Zusatznacht berechnen, da man ihrer Meinung nach normalerweise sonntags ankommt und samstags wieder abfährt.

Unterricht

Die Lehrerinnen sind persönlich sehr nett (ich empfehle besonders Emilia), kompetent und motiviert. Aber das kann strukturelle Defizite und organisatorische Missstände nicht wettmachen:

  1. Der Einstufungstest prüft nur grammatikalische Vorkenntnisse ab und würfelt dadurch oft  Leute mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten zusammen.

  2. 4 Stunden Unterricht sind in 2 Blöcke je 110 min aufgeteilt: Den 2 Stunden Grammatik streng nach Lehrbuch ("La lingua italiana per stranieri", Perugia) folgen 2 Stunden Konversation, die jeden Tag sehr willkürlich, unstrukturiert und ohne erkennbares Lernziel ablaufen. Im Großen und Ganzen wird einseitig Grammatik gepaukt. Wortschatzerweiterung, umgangssprachliche Schulung...  kommt dagegen völlig zu kurz.

  3. Andere Materialien außer Buch und Kopien aus Übungsheften sind in meinen 14 Tagen nicht zum Einsatz gekommen.

  4. Hausaufgaben gab es nicht einmal in 14 Tagen, was man tun will, bleibt einem selbst überlassen.

  5. Eine Vorbereitung auf den Stoff des folgenden Tages war nicht möglich.

  6. Die Schule ist sehr groß, 8 oder 9 Klassenzimmer und war im Oktober durch eine Gruppe österreichischer Schüler (14-16jährige) völlig überlaufen. Sie wirkte auf mich insgesamt sehr unpersönlich.

Unterbringung

  1. 5-stöckiges Wohnhaus außerhalb des centro storico. Zimmer sauber, dürftige aber ausreichende Ausstattung.

  2. Wir waren zu viert in 3 Zimmern, Küche mit Gemeinschaftsraum und ein Bad, keine Waschmaschine.

  3. Keine Trennung von NR und Rauchern, obwohl ich das bei der Internetanmeldung explizit gewünscht hatte!

Probleme davor...

Ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, eine Waschmaschine mitzubenutzen. Die Schule hat mir vorab mitgeteilt, dass es im Appartement keine Waschmaschine gäbe und ich deshalb in eine Lavanderia gehen sollte. In der zweiten Woche stellte sich heraus, dass in der ebenfalls von der Schule vermieteten Wohnung einen Stock tiefer eine Waschmaschine steht, die wir ohne Probleme hätten nutzen können.

Ich kam Samstag an und wollte für Sonntag ein Bike von der Schule ausleihen (wird auf der Homepage angeboten). Das war unmöglich, obwohl mich ein Mitarbeiter der Schule vom Flughafen abgeholt hat und mir ohne Probleme das Rad aus der Garage hätte holen können. Problem laut Sekretariat: Ich müsste vorher ein Ausleihformular unterschreiben!

...und während des Aufenthaltes

In unserer Wohnung wurden eines Tages die Schlösser ausgetauscht. Eigentlich kein Problem, aber kein Mensch hatte uns darüber vorher informiert und niemand hielt es für notwendig, uns danach die neuen Schlüssel zu geben. Wir kamen nach dem Unterricht nach hause und konnten die Wohnungstür nicht mehr öffnen. Ein Anruf bei der "Notfallnummer" der schon "geschlossenen" Schule, erbrachte mir die Auskunft der deutschen Sekretärin, ich solle doch noch 2 Stunden warten und mir dann den neuen Schlüssel abholen.

Die meisten Lehrerinnen wohnen bezeichnenderweise nicht in Tropea (zu teuer), unsere Gruppe hatte keinerlei Kontakt zu Einheimischen. Wir waren abends immer alleine (Schweizer, Deutsche, Amerikaner) unterwegs. Klar, dass in dieser Zusammensetzung kein Italienisch, sondern oft Englisch gesprochen wird, was ich sehr nervig fand.

Besonders delikat:

Am ersten Tag des Kurses lässt sich die Schule ein Anmeldeformular unterschreiben, auf dem es in Deutsch wörtlich heißt: "Falls ich nicht innerhalb des ersten Kurstages eventuelle Probleme mit dem Kurs geäußert habe, erkläre ich mich mit diesem zufrieden."

In dieser süditalienischen Sprachschule muss für alles ein Formular ausgefüllt werden: Für jede (kostenpflichtige) Internetbenutzung, jedes Ausleihen von Rädern, sogar der schon bebuchte Transfer zum Flughafen... es herrscht eine Bürokratie, wie ich sie in Deutschland selten erlebt habe.

Es können nach Voranmeldung Mountainbikes kostenlos von der Schule ausgeliehen werden. Allerdings gibt es nur eine Rahmengröße, die für Menschen ab 175 cm Körpergröße eine Qual sind. Wir haben 3 von 4 vorhandenen Bikes gesehen, allesamt mit erheblichen Mängeln... und haben dankend verzichtet.

Fast alle Veranstaltungen (Freizeitangebote) der Schule sind mit erheblichen Zusatzkosten (zwischen 30 und 50 €/Person) verbunden, die mir sehr überteuert erschienen. Zum Vergleich kostet die Fahrt nach Reggio Calabria (einem der Ausflugsziele für 50 €) im Zug nur 10 €.

All diese Erlebnisse und Kritikpunkte habe ich in einem Brief an die Direktion festgehalten. Antwort: keine! Sagt m.E. alles. War denen scheißegal.

Fazit:
2 Wochen herrlichster süditalienischer Spätsommer in einem mittelmäßigen Touristädtchen am Meer, viel Nerviges aber keine nennenswerten Auswirkungen auf meine sprachlichen Fähigkeiten. Vor allem diejenigen, die schon Vorkenntnisse in der italienischen Sprache besitzen, sollten sich einen Aufenthalt an dieser Schule reiflich überlegen.

 

Kulturforum :: Italian Language School  and Courses - Scuola e corsi di lingua Italiana in Cefalu, Sicily, Italy: Pages in in RU, JP, HU

Culturforum Cefalù

Diese Schule war insgesamt um Klassen besser und ist, wenn man eine vergleichbare klimatische Zone möchte, die eindeutig bessere Alternative !

Aufenthalt: 11. - 25. Oktober 2003
Livello: Medio damals 240 €
Zimmer in Privatfamilie damals 130 €/Wo
keine Einschreibgebühr
zzgl. Direktflug hlx Stuttgart - Catania, zzgl. Transfer 50 €/Strecke

Link zur Homepage der Schule

Die Homepage enthält alle wichtigen Informationen. Der Unterricht fand genauso statt wie dort beschrieben. Unliebsame Überraschungen habe ich keine erlebt. Die Gruppengröße betrug 3 Schüler, in der 2. Woche hatte ich aus Mangel an Fortgeschrittenen Einzelunterricht. War nicht immer optimal, dennoch habe ich davon profitiert. Nicht zuletzt, weil sich meine Lehrerin gerade in der Woche Einzelunterricht sehr viel Mühe mit meinem individuellen Kenntnisstand und meinen Interessen gab. Ich habe Fortschritte vor allem im freien Sprechen und im Wortschatz gemacht und hatte vor allem immer eine italienischsprachige Ansprechpartnerin, die sich nicht nur für die eigene Sprache interessierte. 

Die Schule ist kleiner, überschaubarer und hat Konkurrenz am Ort.  Sie muss sich also behaupten und das macht sich positiv bemerkbar. Einige Lehrerinnen lernen abends deutsch und haben Interesse, sich auch außerhalb des Unterrichtes mit einem zu unterhalten. Man hat viel mehr Kontakt zu Einheimischen, bekommt viel mehr vom Leben der Sizilianer mit. So haben wir z.B. am freien Wochenende eine Tour zu viert mit unserer Lehrerin zum Etna unternommen (2 Deutsche, 1 Schweizerin, 1 Italienerin = oft am Tag italienisch parliert).

Positiv ist auch, dass vieles an der Schule kostenlos und unkompliziert den Schülern zur Verfügung steht: Internet, eMail, die (dürftigen) Mountainbikes und auch die meisten abendlichen Treffen und Veranstaltungen. All das läuft ohne das Gefühl ab, zusätzlich abgezockt zu werden. Man hat eher das Gefühl, dass man sehr gerne etwas mit den Schülern unternimmt und stolz ist, wenn diese sich für die eigene Stadt interessieren und sie schön finden.

Cefalù ist ein schöner Ort, hat einen wunderbaren Stadtstrand und ist wegen seiner Größe (20.000 Einwohner) etwas authentischer als das kleine Tropea. Gute Bahnverbindung nach Palermo, 2 Stunden Autofahrt zum Etna und Taormina, bis September Aliscafi zu den Eolischen Inseln, also genügend interessante Ausflugsziele für ein Wochenende.

Fazit: Schule gut, Sizilien etwas gewöhnungsbedürftig, war fürs erste Mal eine recht gute Entscheidung.

 

 

Stand Oktober 2007

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