Diese Homepage enthält keine Werbung - aus
voller Überzeugung!
Und mit der gleichen Überzeugung geben wir nachfolgenden Erfahrungsbericht zu
unseren neuen Velotraum Rädern... Erzählung mit Fortsetzung!
Ich wollte mir eigentlich nie ein "maßgeschneidertes" Fahrrad bauen lassen, hielt das für unnötig, teuer und irgendwie großkotzig. Dass ich heute selbst so ein Fahrrad fahre und mir diese Attribute nicht anheften mag, war ein Lernprozess, im Laufe dessen Vorurteile von Überzeugungen und Erfahrungen abgelöst wurden.
Begonnen hat eigentlich alles damit, dass ich nach 10 Jahren relativ zufriedenem Radfahren auf einem Villiger Gottardo das Nachfolgemodell kaufen wollte. Aber einerseits gefiel mir das Gefährt nicht und andererseits erwartete ich vergeblich viele Neuerungen, die meines Erachtens inzwischen Stand der Technik sein sollten. Dazu war es bei keinem Händler der weiteren Umgebung in meiner Rahmengröße zum Probefahren aufzutreiben. Und ich registrierte erstmals, dass es mich ohne Besonderheiten an die 1.500 gekostet hätte.
Nächste Station: In Fachzeitschriften lass ich Vergleiche und Tests, in denen das Koga Randonneur besonders gut abgeschnitten hatte. Nach einigen Mühen konnte ich bei einem Händler in 50 km Entfernung auch eines Probefahren. Ein nicht zu beanstandendes Qualitätsfahrrad. Mir allerdings kam es vor wie ein Straßenkreuzer, der vom Erscheinungsbild, von Form und Größe überhaupt nicht zu mir passte. Kostenpunkt: 1.899 , dazu 18 kg schwer.
In dieser misslichen Lage erinnerte ich mich, im Radreise & Fernradler Forum immer wieder einmal von "Exoten" gelesen zu haben, die sich in dieser Preisklasse ein Rad passgerecht haben bauen ("konfigurieren") lassen. Eine bislang für mich schwer vorstellbare Angelegenheit, denn was wusste ich schon von technischen Details über Rahmengeometrie, diverse Federungen, hydraulische Bremsen, Maguras u.ä. Ungetümer. Reichlich wenig. Glücklicherweise stieß ich als erstes auf die Homepage der Fa. Velotraum in Weil der Stadt, die zu meinem Erstaunen nicht technische Details sondern ein Trekking-Konzept, also ihre Philosophie des Bauens von Trekking-Rädern, in den Mittelpunkt Ihrer Kundenwerbung stellte. Ich las diese Seiten mit zunehmendem Interesse und immer größer werdendem Verständnis. Beim zweiten Mal mit Zustimmung und schon etwas von der Idee angesteckt. Die Gedankengänge waren nachvollziehbar und plausibel, auch wenn ich vielleicht in dem einen oder anderen Punkt anderer Ansicht war. Also Terminvereinbarung (kannte ich beim Radhändler bislang auch nicht!) und 100 km südlich nach Weil der Stadt.

Das Ergebnis dieses Nachmittag lässt sich am
besten so zusammenfassen:
Wie jeder von uns so habe auch ich schon einmal
mehr Geld für etwas ausgegeben als für ein Fahrrad. Aber selten habe ich eine solche Beratung
zu dem Produkt erlebt wie bei Velotraum - vom Inhalt wie auch vom Ablauf.
Wir haben kein typisches Geschäfts-Gespräch erlebt, das dauernd durch
Telefonate, andere Kunden oder Mitarbeiter unterbrochen wurde. Im Gegenteil ist
Herr Stiener mit uns die
wesentlichen Festlegungen Punkt für Punkt durchgegangen: in Ruhe, mit dem
Bemühen um Anschaulichkeit und Erklärung und ohne Druck immer das Teuerste
nehmen zu sollen.
Mein authentischer Comment im Radforum einen Tag danach beschreibt unseren
Eindruck am besten :
"Wir waren gerade am Samstag bei Velotraum in Weil der Stadt und haben nach 3 Stunden Probefahren, Beraten, Vermessen, noch mal Überlegen 2 Räder geordert. Das war schlichtweg klasse. So eine Art der Kundeninformation und gemeinsame Entscheidungsfindung Punkt für Punkt habe ich noch nicht erlebt... Ich bin mit festen Vorstellungen und auch so manchem Vorurteil in diese 3 h mit Herrn Stiener gegangen und habe mich am Ende im einen oder anderen Punkt anders entschieden, als zuvor gedacht. Noch eindrucksvoller waren die Problemlösungen bei Bärbel, die bislang immer Terz z.B. wegen ihre "geringen" Körpergröße hatte (z.B. hat nie eine Sattelstütze gepasst). Noch eine ästhetische Anm.: Zu blauem Rahmen haben an den Ausstellungstücken die grauen Teile (Gepäckträger, Federgabel) einfach gut ausgesehen, schwarz wirkte dagegen irgendwie dröge."
Also haben wir beide zwei neue Räder geordert. Ganz nach unseren Vorstellungen und unseren Entscheidungen. Wir fühlten uns exzellent beraten. Die Lieferfrist (5 Wochen) wurde exakt eingehalten. Die "Übergabe" der Räder dauerte wiederum 2 Stunden. Alles wurde mit uns nochmals durchgegangen, besprochen, geklärt. Auch das wichtige Thema Service bei Kunden in 100 km Entfernung. Das Angebot, uns nach Terminvereinbarung in kurzer Zeit die Inspektion durchzuführen, kam uns sehr entgegen.
Und das sind die Räder:
Technische Daten blaues Herrenrad (in Auszügen):
velotraum-trekking-konzept 2005 Ausstattung 4
Rahmen Aluminium Cross 7005 XL
Schaltung Shimano LX
hydraulische Felgenbremse Magura HS 33_05
Felge Exal ZX19
Federgabel Magura Vidar S_04
Nabendynamo Shimano
Sattelstütze Airwings Evolution
Vorbau, Lenker Ritchey
Ergon Lenkergriff MP-1 Men
Gewicht: 15 kg
Preis: 2225,53

Technische Daten rotes Damenrad (in Auszügen):
velotraum-trekking-konzept 2005 Ausstattung 4
Rahmen Aluminium Cross 7005 S-TD
Schaltung Shimano LX
hydraulische Felgenbremse Magura HS 33_05
Felge Exal ZX19
Federgabel Magura Vidar C_04
Nabendynamo Shimano
Sattelstütze Airwings Evolution
Vorbau, Lenker Ritchey
Ergon Lenkergriff WP-1 women
Gewicht: 15 kg
Preis: 2094,94
Erste Erfahrungen:
Ostern 2005 haben wir genutzt, um intensiv zu fahren. Erster Eindruck von uns beiden: Spritzige, leichtläufige, wendige Räder. Die Rahmen passen in der Tat zu uns. Im Vergleich zu bisher sitzt man etwas aufrechter, der Abstand Lenker - Sattel ist kürzer. Die Investition in die Elemente Federgabel + Sattelstütze bringt nicht nur erheblich mehr an Komfort,, sondern gibt vor allem bei unebener Fahrbahn und bei steileren Abfahrten spürbar mehr Sicherheit. Das Rad klebt regelrecht auf der Straße. Der Hinterbau ist kürzer, dennoch ist das Anbringen von Ortlieb Radtaschen problemlos möglich. Den Umstieg von den großen 28 auf die kleineren 26-Zoll-Räder hatte ich mir gewöhnungsbedürftig vorgestellt. Er war aber kaum merklich. Wenn überhaupt, dann fand er nur optisch statt. Man kann sich vor allem bei großen Rahmen eines dysproportionierten Eindruckes anfangs nicht erwehren. Mehr Umstellungsprobleme machte mir da schon der Eintritt in die bissige Welt des hydraulischen Bremsens. Ein feine Sache sind die neuen Ergon Griffe, die mit dazu beitragen, dass bislang weniger Nackenprobleme aufraten. Wie auf den Fotos unschwer zu erkennen, haben die Räder ein schönes, schnörkelloses Layout! Sehr ansprechend sind die leuchtenden Farben bei passenden Kontrasten (blau - grau und rot - schwarz).
Summa summarum: Das Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen nochmals. Hier passt wirklich alles zueinander, Schwachpunkte haben wir bislang nicht feststellen können. Fairerweise muss man einschränkend sagen: Ein wirklich abschließendes Urteil können und werden wir uns erst nach der nächsten großen Tour erlauben. Aber nach vier Ostertagen, an denen wir bei fast jedem Wetter durch die Kraichgauer Hügelwelt geheizt, gefahren, gerollt und gestrampelt sind, habe ich wenig Zweifel, dass das hier Geschriebene Bestand haben wird.
Review nach der Abruzzen
Tour Juni
2005

Das war die erwartet harte Belastung für Mensch und Fahrrad. 730 Km, 9.500 Höhenmeter, 10 (bzw. 8 ) kg Zuladung, 12 Fahrtage.
Unser Gesamteindruck über die Wertigkeit der
Fahrräder hat sich im Wesentlichen bestätigt. Einige Aspekte:
- Sie sind sehr leichtläufig und trotz Gepäck wendig geblieben.
- Vor allem bei den steilen Abfahrten mit Gepäck und Wind gab der sehr steife
Rahmen ein sicheres Fahrgefühl.
- Die leicht zu betätigenden hydraulischen Bremser waren eine echte
Erleichterung auf den langstreckigen Abfahrten.
- Bergauf sitze ich mehr als früher, kaum noch Wiegetritt, was wohl an der
kompakteren Sitzweise, Lenker etwas näher am Körper, liegt. Dadurch hatte ich
nicht den Eindruck, nennenswert Kraft in die Federgabel zu verlieren.
Andererseits empfand ich Federung gerade bei den Kopfsteinpflasterfahrten in den
Altstädten sehr angenehm. Früher sind wir immer mit schlechtem Gewissen
auf die Gehsteige ausgewichen.
- Probleme habe ich (immer) noch mit dem Sattel, den ich jetzt austauschen
werde.
Nicht verschweigen will ich, dass bei Km-Stand 2.500 km die Kette riss. Ich hatte Glück,
konnte weiterfahren und eine Reparatur (Kettenschloß) relativ rasch
organisieren. Wie bei jedem guten Produkt, kann auch eine Komponente mal einen
Schwachpunkt haben. Wieder zuhause war das Problem harmloser als gedacht:
Ein neue Kette, die Kassette konnte bleiben. Es ist bis heute der einzige
Schwachpunkt geblieben.
Nach den ersten Check-Ups in Weil der Stadt
(Stand Frühjahr 2007) 
Zu den jährlichen Vorstellungen der Räder in der
Heimat nutzen wir die Wintermonate, wo es in der Regel unproblematisch ist, auch
kurzfristig einen Termin bei Velotraum zu realisieren: "S'isch halt net so
viel los im Windda". Meistens bringe ich die Räder nachmittags, übernachte
bei der Verwandtschaft im Schwabenland, kauf noch a paar Brezel und lade Samstag
morgen wieder auf. Es ginge auch schneller, wenn ich Lust hätte, mich 2 Stunden
ins Cafe zu setzen.
Sie gehen sehr liebevoll und sorgfältig mit ihren Rädern um. Der Kundendienst
ist strukturiert, man bekommt ein Protokoll über die überprüften Komponenten
und kostet 40 pro Rad. Hinzu kommen dann natürlich die Reparaturkosten. Meistens sind nur Kleinigkeiten zu beheben.
Speziell mein Fahrrad (das große) scheint einer starken Belastung ausgesetzt zu
sein: Jedes Mal eine neue Kette, neue Bremsschuhe. Bärbels Rad wird wohl
weniger strapaziert. Nun ist sie auch 20 kg leichter und fährt nicht so
aggressiv, trotzdem kannte ich so einen Verschleiß an meinem alten Rad nicht.
Erwähnenswert ist eine Erfahrung, die ich mit dem Team machte, als ich Problem
mit der Sitzposition lösen musste. Aufgrund einiger Verschleißteile am
menschlichen Bewegungsapparat, die leider nicht so leicht zu ersetzen sind,
musste ich den Lenker deutlich höher stellen, was die bisherige
Konstruktion nicht mehr hergab. Die vorgeschlagene Lösung (Einbau eines
Easylifters) war zielführend, schnell realisiert und auch preislich o.k. Ergo:
Der positive Eindruck von der Truppe hält sich auch nach den ersten Jahren.
Dazu sind die Leute auch persönlich ganz nett und kennen ihre Kundschaft.
Nächster Schritt: Wir kaufen ein Kinderfahrrad bei Velotraum (Winter 2008)
Unsere Nichte Marlene ist 6 Jahre alt und schon recht groß für ihr Alter. Sie hat bislang das übliche Puky Kinderrad, mit dem sie mit ihrem radverrückten "Onkel" tapfer Touren auf Spielplätze und zur Oma übersteht. Und obwohl sie mit mir immer sehr motiviert ist, war mein erster Eindruck von Kinderfahrrädern ein sehr schlechter: Mühselig zu fahren, ohne Gangschaltung ein Plagerei, viel zu schwer im Vergleich zum Gewicht des Kindes, unphysiologische Lenkerbreite... klare Sache, das nächste Fahrrad muss durchdachter, kindgerechter, ergonomischer werden.